Beruf Fahrlehrer

Gutverdiener und trotzdem Mangelware

Große Nachfrage, gutes Gehalt, verantwortungsvolle Aufgabe – eigentlich glänzende Aussichten für Fahrlehrer. Aber in Deutschland sinkt und sinkt ihre Zahl seit Jahren. Wenn du Leuten gern was beibringst und Fahren dir Spaß macht, dann ist dieser Beruf deine Chance.

Freitag, 31.07.2020
Lesezeit: 3 Minuten
Freitag, 31.07.2020
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In diesem Artikel erfährst du:

  • warum die Zahl der Fahrlehrer sinkt
  • wie viel Geld der Beruf abwirft
  • wie man Fahrlehrer wird

Wie Fahrlehrer fit bleiben

Auch als Fahrlehrer musst du immer auf der Höhe der Zeit sein. Deshalb ist alle vier Jahre mindestens ein Fortbildungskurs Pflicht. Außerdem musst du alle fünf Jahre sämtliche Dokumente vorlegen, die deine Eignung für den Beruf bestätigen:

 

  • möglichst keine Punkte in Flensburg,
  • ein erweitertes Führungszeugnis,
  • ein arbeitsmedizinisches Gutachten.

Das zuständige Verkehrsamt kann außerdem eine medizinisch-psychologischen Untersuchung fordern.

Info-Abende sowie Aus- und Fortbildungskurse bietet etwa das Verkehrsinstitut Bielefeld. Eine Übersicht dazu findest du hier.

In der Statistik des Kraftfahrtbundesamts in Flensburg ist es präzise festgehalten: Anfang 2019 gab es bundesweit noch gut 44.000 Fahrlehrer. Fünf Jahre zuvor waren es noch mehr als 46.500 und Anfang 2010 sogar noch knapp 50.000.

Lange Zeit galten Fahrlehrer als mittelprächtig bezahlt, inzwischen aber liegt ihr Einstiegsgehalt bei 3.000 Euro brutto. Wenn du keine silbernen Löffel stielst, hast du als Fahrlehrer einen sehr sicheren Arbeitsplatz. Fahrschulen suchen überdies dringend nach Personal. Gute Fahrlehrer haben daher beinah freie Auswahl, vor allem, wenn sie auch Motorradschüler, Lastwagen- und Busfahrer unterrichten können.

Claudia Ewers-Lauer aus Bielefeld ist schon lange Fahrlehrerin aus Leidenschaft und bildet inzwischen sogar Kollegen aus. »Es gab für mich nie was Anderes. Der Berufswunsch stand für mich mit dem Führerscheinerwerb fest«, erzählt sie. Fahrlehrer ist also absolut kein grauer Nebenerwerb. Warum gibt es trotzdem Nachwuchssorgen? Das Problem hat mindestens fünf Zutaten:

Bedarf steigt trotz schrumpfender Bevölkerung

Erstens: Viele Jahre lang war es die Bundeswehr, die Fahrlehrer ausgebildet hat, und zwar im Rahmen des Wehrdienstes. Heute ist dies nicht mehr der Fall, damit ist eine ergiebige Quelle für Fahrlehrernachwuchs versiegt.

Zweitens: Lange haben die Fahrschulinhaber angenommen, dass eine schrumpfende Bevölkerung auch weniger Fahrschüler bedeutet. Die Fahrschulen haben sich also in einen heftigen Preiskampf um die Fahrschüler gestürzt und die Fahrlehrer vernachlässigt. Aber es kam anders: Plötzlich waren viele junge Flüchtlinge im Land und wollten fahren lernen – ein Bedarf, den so manche Fahrschule derzeit schlicht nicht bedienen kann.

Fahrlehrer ist Fortbildungsberuf

Drittens: Die Anforderungen an Fahrlehrer sind kein Pappenstiel, sodass Interessenten oft erst einmal einen Schreck bekommen. Fahrlehrer müssen nämlich mindestens 21 Jahre alt sein, all jene Führerscheine haben, die sie selbst auch unterrichten wollen, und eine zwölfmonatige, anspruchsvolle, theoretische, praktische sowie pädagogische Fortbildung hinter sich bringen.

Fortbildung? Richtig! Offiziell ist Fahrlehrer nämlich kein eigener Ausbildungsberuf, dazu müsste der Berufsweg mit einer mindestens zweijährigen Lehr- oder Studienzeit beginnen. Da es sich aber um einen Fortbildungsberuf handelt, müssen Fahrlehrer zunächst irgendeinen anderen Beruf erlernen oder Abitur vorweisen, bevor sie sich zum Fahrlehrer fortbilden können. Gab es diese Fortbildung früher bei der Bundeswehr auf Staatskosten, müssen angehende Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer heute dafür rund 14.000 Euro aus eigener Kraft aufbringen. Dies ist eine hohe Hürde und der vierte Grund für die aktuelle Unterversorgung.

Führerschein könnte teurer werden

Fünftens: Mit den Jahren werden die derzeit arbeitenden Fahrlehrer und Fahrschulinhaber immer älter – das aktuelle Durchschnittsalter von Fahrlehrern ist 56 Jahre. Nach und nach gehen sie also in Rente. Fahrschulen schließen, weil niemand sie weiterführen möchte. Der Mangel dürfte also schon in den kommenden Jahren noch deutlicher zu spüren sein. Unterm Strich bedeutet das zweierlei: Wer jetzt Fahrlehrer wird, kann wohl lange in seinem Beruf arbeiten und gutes Geld verdienen. Und wer demnächst einen Führerschein machen möchte, sollte ein paar Euro mehr dafür einkalkulieren. Denn bei Mangelware steigen in der Wirtschaft normalerweise die Preise.

Wie Fahrlehrer fit bleiben

Auch als Fahrlehrer musst du immer auf der Höhe der Zeit sein. Deshalb ist alle vier Jahre mindestens ein Fortbildungskurs Pflicht. Außerdem musst du alle fünf Jahre sämtliche Dokumente vorlegen, die deine Eignung für den Beruf bestätigen:

 

  • möglichst keine Punkte in Flensburg,
  • ein erweitertes Führungszeugnis,
  • ein arbeitsmedizinisches Gutachten.

Das zuständige Verkehrsamt kann außerdem eine medizinisch-psychologischen Untersuchung fordern.

Info-Abende sowie Aus- und Fortbildungskurse bietet etwa das Verkehrsinstitut Bielefeld. Eine Übersicht dazu findest du hier.

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