E-Scooter

Teure Spritztour

Plötzlich stromern sie überall herum: batteriebetrieben, viermal so schnell wie Fußgänger, im Nu per App zu haben. Die einen finden E-Scooter cool, die anderen regen sich über sie auf. Und beide haben Recht.

Freitag, 05.06.2020
Lesezeit: 2 Minuten
Freitag, 05.06.2020
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In diesem Artikel erfährst du:

  • was eine Scooter-Tour so kostet
  • wer die Hauptanbieter in Deutschland sind
  • wie du mit den Teilen richtig nervst

E-Scooter tragen zum Klimaschutz nichts bei. Ihre Herstellung, Bereitstellung und Entsorgung setzt mehr Kohlendioxid frei als durch den Strombetrieb gespart wird.

Wer spätabends mal eben schnell von der Party zur Tanke muss, was Süßes besorgen, der ist mit dem E-Scooter flott, leise und ohne Abgase unterwegs. Wer dabei allerdings mit Höchstgeschwindigkeit auf Radwegen und Bürgersteigen rumheizt, Passanten erschreckt und den Roller am Ende achtlos irgendwo im Gebüsch parkt, der ist ein Musterbeispiel dafür, warum die E-Scooter für so manchen Städter echte Aufreger sind.

Schon kurz nach der offiziellen Zulassung sind in Deutschlands Metropolen insgesamt mehr als 13.000 E-Scooter unterwegs. Erste Analysen zeigen, dass sie überwiegend in der Freizeit und von Touristen zentrumsnah genutzt werden. Die fünf bekanntesten Anbieter waren bis vor kurzem die beiden deutschen Firmen Circ und Tier, sowie Lime und Bird aus dem USA und Voi aus Schweden. Ende Januar 2020 hat Bird seinen deutschen Konkurrenten Circ jedoch geschluckt.

Kein Beitrag zum Klimaschutz

Die Flitzfahrt mit dem E-Scooter kostet bei allen Anbietern einen Euro Grundgebühr sowie zwischen 15 und 25 Cent pro Minute mit steigender Tendenz. Verglichen mit Leihfahrrädern und den öffentlichen Verkehrsmitteln ist scootern damit eigentlich ein teures Vergnügen, vor allem, wenn man damit länger unterwegs ist als ein paar Minuten. Dann sind Leihräder deutlich günstiger. Sie sind außerdem genauso leicht zu haben und inzwischen oft auch mit Elektromotor ausgestattet.

Heikel ist die Umweltbilanz der E-Scooter. Wenn man den CO2-Aufwand für Herstellung, Entsorgung und Bereitstellung summiert, tragen die Elektroroller nichts zum Klimaschutz bei. Derzeit ist der Bereitstellungsaufwand besonders hoch, weil die vielen wild abgestellten Treter per Lieferwagen eingesammelt und an passenden Orten wieder zum Vermieten aufgestellt werden müssen. Dagegen lassen die Anbieter sich bestimmt rasch was einfallen und werden etwa die Kreditkarte des letzten Mieters vorm Gebüsch nachbelasten.

E-Scooter tragen zum Klimaschutz nichts bei. Ihre Herstellung, Bereitstellung und Entsorgung setzt mehr Kohlendioxid frei als durch den Strombetrieb gespart wird.

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