Fahren mit Helm und Montur

Sicher und souverän unterwegs

Motorradfahren bringt besonderen Spaß – aber auch besonderes Risiko. Wer sich allerdings zum echten Könner auf zwei Rädern trainiert, kann sein Risiko wesentlich mindern.

Mittwoch, 25.03.2020
Lesezeit: 2 Minuten
Mittwoch, 25.03.2020
Lesezeit: 2 Minuten
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In diesem Artikel erfährst du:

  • warum du als Motorradfahrer noch viel aufmerksamer sein musst als die Autofahrer
  • wie oft Motorradfahrer ohne fremde Beteiligung verunglücken
  • warum Übung und Sicherheitsfahrtraining für Biker lebenswichtig sind

Auf zwei Rädern erlebt man die Welt weit dramatischer als im Auto: schneller als viele Sportwagen, näher an Wind und Wetter als jedes Cabrio, aber auch so gefährlich wie mit keinem anderen Fahrzeug. Ein Helm und ein bisschen Leder, das ist im Ernstfall nichts im Vergleich zu einer Kabine aus Stahl und Glas.

Kein Wunder also, dass der Gesetzgeber deutliche Hürden vor den Fahrspaß gesetzt hat – schwere, leistungsstarke Motorräder darf von Beginn an nur fahren, wer das 24. Lebensjahr vollendet hat. Jüngere ab 16 Jahre sollen erst einmal auf leichteren Maschinen üben, etwa auf 125-Kubik-Leichtkrafträdern oder auf Rollern. 18-Jährige dürfen maximal eine gedrosselte Maschine bewegen, mehr als 35 Kilowatt (kW) und 0,2 kW pro Kilogramm Leermasse sind tabu. Erst nach zwei Jahren Fahrpraxis und einer weiteren Prüfung gibt es dann die begehrte Fahrerlaubnis der Klasse A, mit der die Drosselung einer 70-kW-Maschine ausgebaut oder ein unbegrenzt leistungsstarkes Geschoss gestartet werden darf.

Mit vier Regeln sicher auf zwei Rädern

Wer auf zwei motorisierten Rädern sicher unterwegs und auf die jeweilige Prüfung gut vorbereitet sein will, der sollte sich vier eiserne Regeln hinter die Ohren tätowieren:

  1. Fahre nur mit tipptopp gewarteter Technik und Ausrüstung.
  2. Übe auf sicherem Terrain, bis du deine Maschine auch in kritischen Lagen im Griff hast.
  3. Rechne mehr denn je mit Fehlern von Fahrern auf vier Rädern.
  4. Reize deine Fahrkünste niemals aus bis aufs Letzte.

Dies bedeutet: Wer aufs Motorrad steigt, trägt außer dem Helm immer auch Stiefel, Handschuhe und eine gute Montur. Jede Rutschpartie führt ohne Schutz zu massiven Verletzungen. Und ja, eine gute Motorradjacke kostet zwar eine Stange Geld, aber wenn sie nach einem Sturz irgendwo abgewetzt ist, schützt sie nicht mehr und muss ersetzt werden. Die Maschine selbst wird natürlich immer perfekt eingewintert und ebenso perfekt zu Saisonbeginn wieder durchgecheckt und in Betrieb genommen.

Gutes Training und guter Riecher

Mehr als alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten Motorradfahrer Sicherheitstrainings absolvieren. Dies ist zwar auch bei Autofahrern wünschenswert, für Biker aber ist es eine Art Lebensversicherung und darf daher gern als Pflicht betrachtet werden. Einer ADAC-Studie zufolge geschieht mehr als die Hälfte aller Motorradunfälle ohne fremde Beteiligung. Es sind also Alleinunfälle durch Selbstüberschätzung, Fahrfehler, mangelndes Training.

Wenn es aber zu Unfällen mit anderen Fahrzeugen kommt, liegt der Fehler in mehr als sieben von zehn Fällen bei den anderen Fahrerinnen und Fahrern: Motorräder werden leicht übersehen und ihr Tempo wird oft unterschätzt. Erfahrene Biker kalkulieren das mit ein. Es ist ihre Lebensversicherung.

Gefährliche Situationen:

1. Kurvenschneiden

...ist immer gefährlich, vor allem wenn Biker beteiligt sind. In Kurven gilt: Keiner darf über die Mittellinie!

2. Toter Winkel

Biker sollten sich nie lange im toten Winkel von Autos aufhalten. Deren Fahrer vergessen und übersehen leicht, dass da noch wer ist.

3. Unauffälligkeit 1

Zweiräder fallen weniger auf als Fahrzeuge auf vier Rädern...

4. Unauffälligkeit 2

...Biker dürfen nicht darauf setzen, dass ihnen Vorfahrt gewährt wird.

5. Spurwechsel

Leicht übersehen werden Biker auch von Autofahrern, die die Spur wechseln wollen. Sie ziehen dann plötzlich raus und zwingen Motorradfahrer zu heiklen Ausweichmanövern.

6. Verdeckte Sicht

Wer an einer Kreuzung mit seinem Motorrad von einem vorausfahrenden Fahrzeug verdeckt wird, muss damit rechnen, übersehen zu werden.

7. Überholen und Vorbeifahren

Beim Überholen und Vorbeifahren müssen Biker mit überraschendem Spurwechsel oder Wendemanöver rechnen, weil es Autofahrern oft entgeht, dass sie ein Motorrad um sich haben.

8. Hochsitz

Fahrer in sehr hoher Sitzposition übersehen Biker leicht. Also Vorsicht bei Traktoren, Mähdreschern, Lastern und Bussen.

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