Verkehr ist Mannschaftssport

Warum nur Fairplayer ans Steuer dürfen

Das tägliche Spiel von Autos, Fußgängern, Radfahrern und Lastern ist eigentlich hoch riskant. Du überlebst nur mit Aufmerksamkeit und Fairplay. Das gilt für alle, und es ist nicht freiwillig, sondern Pflicht. Bei groben Fouls bist du draußen.

Mittwoch, 25.03.2020
Lesezeit: 3 Minuten
Mittwoch, 25.03.2020
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In diesem Beitrag erfährst du:

  • warum nicht einfach jeder fahren darf
  • welche harten Regeln du befolgen musst
  • ob und wie du deinen entzogenen Führerschein zurückbekommst

Wahrscheinlich hast du es gar nicht gemerkt: Du hast dich bei der Fahrschule angemeldet, einen Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis unterschrieben, den deine Fahrschule ans Amt weiterleitet. Das Projekt Führerschein kann losgehen – soweit klingt eigentlich alles ganz entspannt.

Ist es aber nicht. Du hast nämlich ganz nebenbei ein wichtiges Versprechen gegeben. Damit bist du vor dem Gesetz und vor deinen Mitmenschen mächtig in der Pflicht. Es lautet: Ich bin charakterlich zum Fahren geeignet. Für die Leute vom Amt heißt das: verantwortungsvoll fahren, Vorschriften beachten, keine Touren unter Alkohol oder Drogen oder Zeitdruck, nicht übermüdet oder zu krank ans Steuer. Natürlich musst du auch Theorie büffeln, Fahrstunden nehmen, die Prüfungen bestehen. Aber dein Charakter ist für die Fahrerlaubnis mindestens genauso wichtig.

Knackpunkt charakterliche Eignung

Wer zum ersten Mal einen Pkw-Führerschein beantragt, bei dem gehen die Sachbearbeiter im Amt davon aus, dass er oder sie ein Fairplayer ist, sich also charakterlich zum Fahren eignet. Deshalb wird hierzu nichts weiter untersucht. Aber sei dir im Klaren über deine neue Verantwortung als Erwachsener!

Wenn du Drogen- oder Alkoholprobleme hast und sie vor der Behörde, dem Fahrlehrer vertuschst, und wenn du die Prüfungen trotzdem bestehst, bekommst du natürlich eine Fahrerlaubnis. Die bist du aber gleich wieder los, wenn du in der Probezeit am Steuer unter Alkohol oder Drogen erwischt wirst. Die Behörde wertet Alkohol- und Drogenfahrten nämlich als Zeichen für eine mangelnde charakterliche Eignung. Verkehr ist wie Mannschaftssport: Deine Mitspieler bleiben nur dann gesund und unverletzt, wenn alle fair spielen. Und deshalb bist du raus, wenn du foulst.

Schwierige Rückkehr ans Lenkrad

Das gilt auch für grob verkehrswidriges oder rücksichtsloses Verhalten am Steuer, für Unfallflucht sowie für Hinweise auf geistige oder körperliche Mängel. Kurz: Wer auffällig wird und den Führerschein verliert, muss meist eine Sperrfrist abwarten und in einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) nachweisen, dass er doch geeignet ist. Erst dann kann die Behörde die Fahrerlaubnis wieder erteilen, sie muss es aber nicht. Sie kann dafür auch Auflagen machen, die in den Führerschein eingetragen werden. Dann darfst du zwar wieder mitspielen, aber du bist verwarnt.


Führerschein auswärts

Normalerweise muss man die Prüfung an seinem Erstwohnsitz ablegen. Warum? Das soll verhindern, dass man sich etwa vor den Anforderungen an den Verkehr in der heimatlichen Großstadt drückt und eine Prüfung irgendwo auf dem Lande ablegt. Deshalb achten die Ämter darauf, dass Fahrschüler die praktische Prüfung auch dort absolvieren, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben.

Schließlich soll man sich genau hier gut und sicher im Verkehr bewegen. Wer noch bei seinen Eltern gemeldet ist, aber am Ausbildungs- oder Studienort geprüft werden will, braucht dazu eine Sondergenehmigung. Die Theorie kann absolviert werden, wo es beliebt. Aber die Prüferinnen und Prüfer achten vermehrt darauf, dass dabei nicht getrickst wird, etwa mit falschem Ausweis.


Führerschein unter 18

Minderjährige dürfen aus zwei Gründen ausnahmsweise ans Steuer: 17-Jährige wollen schon vor ihrer Volljährigkeit Fahrpraxis sammeln und daher in Begleitung von Erwachsenen fahren; und Azubis oder minderjährige Studierende können ihren Ausbildungsort nur mit dem Auto erreichen.

Das begleitete Fahren (BF17) soll helfen, die Zahl der Unfälle von Fahranfängern zu senken. Die Idee: Der Führerschein wird bereits mit 17 erworben, gefahren wird aber nur in Begleitung von Personen, die dafür in den Führerschein eingetragen sind. Sie sollen Sicherheit vermitteln, notfalls mäßigen, im Zweifel entscheiden helfen und generell Ansprechpartner des minderjährigen Fahrers sein.

Wer als Azubi allein mit dem Auto unterwegs sein will, benötigt eine Sondergenehmigung. Die gibt es nur als absolute Ausnahme. Die Behörden prüfen die Gründe sehr streng und erlauben womöglich, dass nur bestimmte Strecken zu bestimmten Anlässen gefahren werden dürfen. Außerdem kann die Behörde eine medizinisch-psychologische Untersuchung verlangen, um zu klären, ob der oder die Minderjährige körperlich und geistig reif ist für den Führerschein.

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